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	<title>Kommentare zu: Dokumentation - &#8220;Das Schweigen der Quandts&#8221;</title>
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	<description>News, Videos und mehr</description>
	<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 18:52:51 +0000</pubDate>
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		<item>
		<title>Von: Erich Gengerke</title>
		<link>http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-71174</link>
		<dc:creator>Erich Gengerke</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 13:05:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-71174</guid>
		<description>(Auszug aus einem offenen Brief an Anette May-Thies, Tochter Harald Quandts)

Ich kenne das Buch „Die Quandts“ von Rüdiger Jungbluth, als ich Dich Anfang 2008
besuche. Weil ich Dich als freundlichen, zugewandten und sensiblen Menchen schätze,
lasse ich „unangenehme“ Themen, die in diesem Buch gründlich recherchiert sind, außen vor, um die Gesprächssituation nicht unnötig zu belasten.

Auf Deinen Wunsch hin hören wir gemeinsam den Mitschnitt einer Hörfunksendung, die ich gemeinsam mit einem Freund produziert habe.
 Thema ist die „.Soziale Spaltung in Hamburg.“
 In dieser Sendung, die am Freitag vor der Wahl in Hamburg auf  Tide UKW 96,0 gelaufen ist, geht es auch um urchristliche und humanistische Positionen in der Gesellschaft, die auf dem Prüfstand stehen, wenn durch Entlassungen die Verelendung einer zunehmenden Zahl von Menschen in Kauf genommen wird, um die Kurse börsennotierter Unternehmen zu pushen.

Du  bist da in Deinem Feedback zu dieser Sendung weniger zurückhaltend, und ich lerne an Dir eine Seite kennen, die so gar nicht zu Deiner Menschenfreundlichkeit passen will.

Diese Erlebnisse bringen mich dazu, Deine Geschichte noch einmal zu recherchieren und zu googeln, und bei dieser Gelegenheit stosse ich auf den Film „Das Schweigen der Quandts“ von Eric Friedler. Dieser Film ist einfach an mir vorbei gelaufen. Hätte ich ihn schon gekannt, ich weiß nicht, ob ich noch einmal an Deiner Tür geklingelt hätte.

Als ich diesen Film sehe, bin ich schockiert. Es fällt mir wie Schuppen von den Augen:  für die privilegierten Verhältnisse, in denen Du Dich so selbstverstänlich bewegst, haben Menschen mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben bezahlt. Der Kaffee, den Du mir so freundlich und zuvorkommend in Deinem Hamburger Haus angeboten hast, würde wohl, würdet Du ihn mir heute noch einmal anbieten, in der Tasse kalt werden; ich bekäme ihn nach diesen Eindrücken einfach nicht mehr herunter. Ich glaube
sogar, ich hätte Schwierigkeiten, Dir in die Augen zu schauen. Ich würde mich vermutlich für Dich  schämen. 

Ich habe Dir per sms die Fakten genannt, die mich im Zusammenhang mit Deiner Familiengeschichte besonders schockiert haben, habe Dir
die Kommentare zum Friedler-Film aus renomierten deutschen Zeitungen per e-mail weitergeleitet.

Du schreibst, mit der Nazi – Vergangenheit hättest Du selbst genug gearbeitet. Das kann
ich nicht beurteilen. Ich habe mich während meines Studiums an der Hamburger Universität recht intensiv mit den Geschehnissen im III. Reich befasst. Bei Dir hatte ich nicht so diesen Eindruck; eher schien es mir, als sei Dir dieses Thema lästig.

Weiter schreibst Du, Du fühltest Dich persönlich in keiner Schuld. Das kann ich gut ver-
stehen. Wir haben keine Sippenhaft mehr. Niemand kann Dich heutzutae schuldig sprechen für Unrecht, dass diejenigen begangen haben, die Du beerbt hast.

Nur stellt sich mir die Frage: Wie geht es Dir mit Deinem Erbe? Hast Du nicht neben Rechten auch Pflichten geerbt? Wäre es nicht eine Pflicht, die Opfer und die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung zu bitten  für das, was Deine Vorfahren ihnen angetan haben? Und zu fragen, wie Du wieder gut machen könntest; wohl wissend, dass Verletzungen und Schädigungen an Leib und Leben mit Geld nicht wieder gut zu machen sind.  Insofern könnte das Angebot eines finanziellen Ausgleiches nur eine Geste des guten Willens sein.

Du schreibst, wenn ich Dir da schaden wolle, würdest Du Dich eventuell auch juristisch dagegen wehren.

Dieser Dein Gedanke  erscheint mir recht fremd.  Kann ich Dir schaden, wenn ich Fakten aus Deiner Familiengeschichte zitiere – mal unterstellt, ich wollte das überhaupt?

Schadet Rüdiger Jungbluth Dir mit seinem Buch? Empfindest Du das so? Schadet Dir
Eric Friedler mit seinem Film? 

Mich hat der Film erschüttert. Das könnte ich verstehen, wenn Du sagtest, der Film hätte Dich erschüttert. Das wäre für mich wahrhaftig und authentisch. Aber schaden – das klingt so ungemein zweckmäßig in diesem Kontext. Ein Image-Schaden. vielleicht –  möglicherweise verbunden mit Einbußen im Hedgefonds –und Private Equity-Geschäft auf dem US-Markt ? Auch eine Beschädigung des Selbstbildes ist für mich vorstellbar.  


 
 ...Juristisch wehren: Was möchtest Du mir damit sagen? Möchtest Du mir ankündigen
mir schaden zu wollen, wenn ich mich weiter mit diesem Thema befasse – und wenn, wie und weshalb? Möchtest Du, nachdem Du Dein Schweigen zu Deiner Familiengeschichte kurz unterbrochen hast, nun mein Schweigen erzwingen? 

Schaden ist doch beim Aufbau des Familienvermögens über mehrere Generationen hinweg genug angerichtet worden. Schaden haben doch viele erlitten und manchmal auch ihr Leben dabei gelassen.

(Auf das Millionengeschäft mit der Landmine DM 31 nach dem 2. Weltkrieg möchte ich in diesem Brief gar nicht näher eingehen.)

Ist es nicht eher die Familie, die sich selbst schädigt, indem sie anderen Schaden zufügt?

Ist es diese Selbstbeschädigung, die Du spürst, aber nicht zuordnen kannst, weil Du Deine Familie schützen möchtest? Ist es dieser Schatten – diese Schwere, die Dich  umtreibt?

Dafür hätte ich Verständnis. Aber ob Du Deine Geschichte so auf –und durcharbeiten kannst?

Ich wünsche Dir, dass Du Frieden findest mit Deiner Geschichte glaube aber, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist.

Verdrängung, Verleugnung und Einschüchterungsversuche werden Dich nicht Ruhe in Dir selbst finden lassen. Da bin ich mir sicher.

In diesem Sinne alles Gute.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div style="float:right; margin:1em"><img alt='' src='http://www.gravatar.com/avatar/01e9b3a6186e0d1eb1f063afbaf6de5e?s=60&amp;d=http%3A%2F%2Fwww.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D60&amp;r=G' class='avatar avatar-60' height='60' width='60' /></div>
<p>(Auszug aus einem offenen Brief an Anette May-Thies, Tochter Harald Quandts)</p>
<p>Ich kenne das Buch „Die Quandts“ von Rüdiger Jungbluth, als ich Dich Anfang 2008<br />
besuche. Weil ich Dich als freundlichen, zugewandten und sensiblen Menchen schätze,<br />
lasse ich „unangenehme“ Themen, die in diesem Buch gründlich recherchiert sind, außen vor, um die Gesprächssituation nicht unnötig zu belasten.</p>
<p>Auf Deinen Wunsch hin hören wir gemeinsam den Mitschnitt einer Hörfunksendung, die ich gemeinsam mit einem Freund produziert habe.<br />
 Thema ist die „.Soziale Spaltung in Hamburg.“<br />
 In dieser Sendung, die am Freitag vor der Wahl in Hamburg auf  Tide UKW 96,0 gelaufen ist, geht es auch um urchristliche und humanistische Positionen in der Gesellschaft, die auf dem Prüfstand stehen, wenn durch Entlassungen die Verelendung einer zunehmenden Zahl von Menschen in Kauf genommen wird, um die Kurse börsennotierter Unternehmen zu pushen.</p>
<p>Du  bist da in Deinem Feedback zu dieser Sendung weniger zurückhaltend, und ich lerne an Dir eine Seite kennen, die so gar nicht zu Deiner Menschenfreundlichkeit passen will.</p>
<p>Diese Erlebnisse bringen mich dazu, Deine Geschichte noch einmal zu recherchieren und zu googeln, und bei dieser Gelegenheit stosse ich auf den Film „Das Schweigen der Quandts“ von Eric Friedler. Dieser Film ist einfach an mir vorbei gelaufen. Hätte ich ihn schon gekannt, ich weiß nicht, ob ich noch einmal an Deiner Tür geklingelt hätte.</p>
<p>Als ich diesen Film sehe, bin ich schockiert. Es fällt mir wie Schuppen von den Augen:  für die privilegierten Verhältnisse, in denen Du Dich so selbstverstänlich bewegst, haben Menschen mit ihrer Gesundheit und mit ihrem Leben bezahlt. Der Kaffee, den Du mir so freundlich und zuvorkommend in Deinem Hamburger Haus angeboten hast, würde wohl, würdet Du ihn mir heute noch einmal anbieten, in der Tasse kalt werden; ich bekäme ihn nach diesen Eindrücken einfach nicht mehr herunter. Ich glaube<br />
sogar, ich hätte Schwierigkeiten, Dir in die Augen zu schauen. Ich würde mich vermutlich für Dich  schämen. </p>
<p>Ich habe Dir per sms die Fakten genannt, die mich im Zusammenhang mit Deiner Familiengeschichte besonders schockiert haben, habe Dir<br />
die Kommentare zum Friedler-Film aus renomierten deutschen Zeitungen per e-mail weitergeleitet.</p>
<p>Du schreibst, mit der Nazi – Vergangenheit hättest Du selbst genug gearbeitet. Das kann<br />
ich nicht beurteilen. Ich habe mich während meines Studiums an der Hamburger Universität recht intensiv mit den Geschehnissen im III. Reich befasst. Bei Dir hatte ich nicht so diesen Eindruck; eher schien es mir, als sei Dir dieses Thema lästig.</p>
<p>Weiter schreibst Du, Du fühltest Dich persönlich in keiner Schuld. Das kann ich gut ver-<br />
stehen. Wir haben keine Sippenhaft mehr. Niemand kann Dich heutzutae schuldig sprechen für Unrecht, dass diejenigen begangen haben, die Du beerbt hast.</p>
<p>Nur stellt sich mir die Frage: Wie geht es Dir mit Deinem Erbe? Hast Du nicht neben Rechten auch Pflichten geerbt? Wäre es nicht eine Pflicht, die Opfer und die Angehörigen der Opfer um Entschuldigung zu bitten  für das, was Deine Vorfahren ihnen angetan haben? Und zu fragen, wie Du wieder gut machen könntest; wohl wissend, dass Verletzungen und Schädigungen an Leib und Leben mit Geld nicht wieder gut zu machen sind.  Insofern könnte das Angebot eines finanziellen Ausgleiches nur eine Geste des guten Willens sein.</p>
<p>Du schreibst, wenn ich Dir da schaden wolle, würdest Du Dich eventuell auch juristisch dagegen wehren.</p>
<p>Dieser Dein Gedanke  erscheint mir recht fremd.  Kann ich Dir schaden, wenn ich Fakten aus Deiner Familiengeschichte zitiere – mal unterstellt, ich wollte das überhaupt?</p>
<p>Schadet Rüdiger Jungbluth Dir mit seinem Buch? Empfindest Du das so? Schadet Dir<br />
Eric Friedler mit seinem Film? </p>
<p>Mich hat der Film erschüttert. Das könnte ich verstehen, wenn Du sagtest, der Film hätte Dich erschüttert. Das wäre für mich wahrhaftig und authentisch. Aber schaden – das klingt so ungemein zweckmäßig in diesem Kontext. Ein Image-Schaden. vielleicht –  möglicherweise verbunden mit Einbußen im Hedgefonds –und Private Equity-Geschäft auf dem US-Markt ? Auch eine Beschädigung des Selbstbildes ist für mich vorstellbar.  </p>
<p> &#8230;Juristisch wehren: Was möchtest Du mir damit sagen? Möchtest Du mir ankündigen<br />
mir schaden zu wollen, wenn ich mich weiter mit diesem Thema befasse – und wenn, wie und weshalb? Möchtest Du, nachdem Du Dein Schweigen zu Deiner Familiengeschichte kurz unterbrochen hast, nun mein Schweigen erzwingen? </p>
<p>Schaden ist doch beim Aufbau des Familienvermögens über mehrere Generationen hinweg genug angerichtet worden. Schaden haben doch viele erlitten und manchmal auch ihr Leben dabei gelassen.</p>
<p>(Auf das Millionengeschäft mit der Landmine DM 31 nach dem 2. Weltkrieg möchte ich in diesem Brief gar nicht näher eingehen.)</p>
<p>Ist es nicht eher die Familie, die sich selbst schädigt, indem sie anderen Schaden zufügt?</p>
<p>Ist es diese Selbstbeschädigung, die Du spürst, aber nicht zuordnen kannst, weil Du Deine Familie schützen möchtest? Ist es dieser Schatten – diese Schwere, die Dich  umtreibt?</p>
<p>Dafür hätte ich Verständnis. Aber ob Du Deine Geschichte so auf –und durcharbeiten kannst?</p>
<p>Ich wünsche Dir, dass Du Frieden findest mit Deiner Geschichte glaube aber, dass es bis dahin noch ein langer Weg ist.</p>
<p>Verdrängung, Verleugnung und Einschüchterungsversuche werden Dich nicht Ruhe in Dir selbst finden lassen. Da bin ich mir sicher.</p>
<p>In diesem Sinne alles Gute.
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	<item>
		<title>Von: Erich Gengerke</title>
		<link>http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-66885</link>
		<dc:creator>Erich Gengerke</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Sep 2008 12:48:26 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-66885</guid>
		<description>Es geht um eine Familie, viel Geld und viele Tote. Es geht um die unrechtmäßige Aneignung fremden Besitzes, die Ausbeutung von Zwangsarbeitern, deren irreversible gesundheitliche Schädigung und ihren Tod billigend in Kauf nehmend.

Beschreibungen von Familien in dieser Qualität kennt man gewöhnlich eher
aus dem süditalienischen Kulturkreis. Das Schweigen nennt man dort  omerta.

Es geht um viel Schuld und wenig Sühne. Hätte den amerikanischen Anklägern
im Nürnberger Prozess die heutige Beweissituation vorgelegen, Quandt wäre nach heutiger Aussage des US-Chefanklägers als Kriegsverbrecher
verurteilt worden.

Das Vermögen, auf dem jegliche weitere Vermögensbildung aufbaut, ist zum großen Teil unrechtmäßig erworben worden. Es ist Blutgeld, mit vielen Toten bezahlt.

Mit den von einschlägigen Geschichtswissenschaftlern akribisch recherchierten Fakten konfrontiert, schweigt die Familie. Wiedergutmachungsforderungen werden ignoriert, Entschuldigungen bleiben aus, kämen sie doch einem Schuldeingeständnis gleich. 

Gerade dieses Schuldeingeständnis wäre , verbunden mit angemessenen Wiedergutmachungsaktivitäten ein Schritt in die versöhnende Richtung.

Statt dessen beauftragt die Familie einen Geschichtswissenschaftler, die Familiengeschichte neu zu schreiben. Nur das gibt es nichts Neues zu schreiben. Die Fakten sind hinreichend bekannt. Was würde man davon halten, wenn eine süditalienische Familie einen Historiker beauftragen würde, ihre Geschichte neu zu schreiben.


Sühne würde die Familie auch Frieden mit sich selber finden lassen. Denn auch hier gibt es viele Tote. Die Familie kann vor ihrem Schatten nicht davon laufen; für alles Geld der Welt nicht.

 Die Mutter Harald Quandts hat mit ihrem späteren Gatten, dem Reichspropagandamisister Goebbels, sechs weitere Kinder. Kurz vor Kriegsende werden die Kinder im Führerbunker auf Weisung der Eltern getötet, bevor sie sich selbst das Leben nehmen. Harald Quandt stirbt im Alter von 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz mit seiner eigenen Maschine auf dem Weg nach Frankreich. Seine geschiedene Frau
stirbt im Alter von 50 Jahren zu Weihnachten in ihrem Haus in Bad Homburg. Die Töchter sind im Haus. Zwei Tage nach ihrem Tod erschießt sich der Stiefvater der Töchter im selben Haus. Eine der Töchter beginnt eine teifgreifende Psychotherapie bei einem Hamburger Psychologen. Die jüngste der fünf Schwestern stirbt im Alter von nicht einmal vierzig Jahren.

Doch die Familie schweigt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div style="float:right; margin:1em"><img alt='' src='http://www.gravatar.com/avatar/10e775d3ab65b9968d2b32ad300c2990?s=60&amp;d=http%3A%2F%2Fwww.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D60&amp;r=G' class='avatar avatar-60' height='60' width='60' /></div>
<p>Es geht um eine Familie, viel Geld und viele Tote. Es geht um die unrechtmäßige Aneignung fremden Besitzes, die Ausbeutung von Zwangsarbeitern, deren irreversible gesundheitliche Schädigung und ihren Tod billigend in Kauf nehmend.</p>
<p>Beschreibungen von Familien in dieser Qualität kennt man gewöhnlich eher<br />
aus dem süditalienischen Kulturkreis. Das Schweigen nennt man dort  omerta.</p>
<p>Es geht um viel Schuld und wenig Sühne. Hätte den amerikanischen Anklägern<br />
im Nürnberger Prozess die heutige Beweissituation vorgelegen, Quandt wäre nach heutiger Aussage des US-Chefanklägers als Kriegsverbrecher<br />
verurteilt worden.</p>
<p>Das Vermögen, auf dem jegliche weitere Vermögensbildung aufbaut, ist zum großen Teil unrechtmäßig erworben worden. Es ist Blutgeld, mit vielen Toten bezahlt.</p>
<p>Mit den von einschlägigen Geschichtswissenschaftlern akribisch recherchierten Fakten konfrontiert, schweigt die Familie. Wiedergutmachungsforderungen werden ignoriert, Entschuldigungen bleiben aus, kämen sie doch einem Schuldeingeständnis gleich. </p>
<p>Gerade dieses Schuldeingeständnis wäre , verbunden mit angemessenen Wiedergutmachungsaktivitäten ein Schritt in die versöhnende Richtung.</p>
<p>Statt dessen beauftragt die Familie einen Geschichtswissenschaftler, die Familiengeschichte neu zu schreiben. Nur das gibt es nichts Neues zu schreiben. Die Fakten sind hinreichend bekannt. Was würde man davon halten, wenn eine süditalienische Familie einen Historiker beauftragen würde, ihre Geschichte neu zu schreiben.</p>
<p>Sühne würde die Familie auch Frieden mit sich selber finden lassen. Denn auch hier gibt es viele Tote. Die Familie kann vor ihrem Schatten nicht davon laufen; für alles Geld der Welt nicht.</p>
<p> Die Mutter Harald Quandts hat mit ihrem späteren Gatten, dem Reichspropagandamisister Goebbels, sechs weitere Kinder. Kurz vor Kriegsende werden die Kinder im Führerbunker auf Weisung der Eltern getötet, bevor sie sich selbst das Leben nehmen. Harald Quandt stirbt im Alter von 45 Jahren bei einem Flugzeugabsturz mit seiner eigenen Maschine auf dem Weg nach Frankreich. Seine geschiedene Frau<br />
stirbt im Alter von 50 Jahren zu Weihnachten in ihrem Haus in Bad Homburg. Die Töchter sind im Haus. Zwei Tage nach ihrem Tod erschießt sich der Stiefvater der Töchter im selben Haus. Eine der Töchter beginnt eine teifgreifende Psychotherapie bei einem Hamburger Psychologen. Die jüngste der fünf Schwestern stirbt im Alter von nicht einmal vierzig Jahren.</p>
<p>Doch die Familie schweigt.
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Tw1sT</title>
		<link>http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-31105</link>
		<dc:creator>Tw1sT</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Dec 2007 16:17:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.macromafia.net/2007/12/13/dokumentation-das-schweigen-der-quandts/#comment-31105</guid>
		<description>Top Reportage! Sollte sich wirklich jeder mal ansehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div style="float:right; margin:1em"><img alt='' src='http://www.gravatar.com/avatar/f6988c41f5d67515cb3086be2d0c98ea?s=60&amp;d=http%3A%2F%2Fwww.gravatar.com%2Favatar%2Fad516503a11cd5ca435acc9bb6523536%3Fs%3D60&amp;r=G' class='avatar avatar-60' height='60' width='60' /></div>
<p>Top Reportage! Sollte sich wirklich jeder mal ansehen.
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