Sofortprogramm Jugendschutz, Schutz vor Bayern?
Laut einer heutigen Pressemitteilung wollen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Armin Laschet, Familienminister in Nordrhein-Westfalen, ein Sofortprogramm zum besseren Jugendschutz starten. Mit dieser Aktion soll der Bayrische Gesetzesvorstoss verhindert werden.
Das Hauptanliegen dieses Sofortprogramms besteht darin, einen sinnvollen Schutz für Kinder und Jugendliche vor gewaltverherrlichenden Medien zu bieten, ohne dabei Computerspiele zu verteufeln und Erwachsenen ihrer Selbstbestimmung zu berauben.
In dem Programm soll sich der Ankauf von Spielen und Filmen mit Gewaltinhalten deutlich erschweren. Per Definition werden die Medien, die “von Gewalt bestimmt werden”, unter ein automatisches Verkaufsverbot für Minderjährige fallen. Auch die die BPjM würde diese Titel nicht mehr prüfen und ein Händler, der solche Spiele an Kinder und Jugendliche unter 18 verkauft, macht sich strafbar.
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Auch die Kriterien für eine Indizierung sollen vereinfacht werden. So ziemlich jeder Egoshooter würde damit ausschließlich Erwachsenen vorbehalten bleiben, auch Strategiespiele könnten betroffen sein.
Desweiteren sollen, ähnlich wie auf Zigarettenpackungen aufgemachte Hinweise auf der Verpackung vor Gewalt in Spielen oder Filmen warnen.
Auch unser geliebter Herr Beckstein meldet sich zu Wort. Im heutigen Interview mit dem Stern würde Counterstrike laut Beckstein nicht unter die bayrische Definition des Killerspiels fallen und somit auch nicht in Deutschland verboten werden.
Wissen die eigentlich noch was die wollen?
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Zusammenfassung des Berichtes: alles bleibt so wie es ist und wir glauben es wäre alles viel besser als vorher. Verstanden?
Verwandte Tags: Counterstrike, Deutschland, Egoshooter, Games, Killerspiele, Stimmung























13.02.2007 um 22:54
Die Bayern wieder…
13.02.2007 um 22:54
Killerspiele … Drucksache 76/7…
Nach dem letzten Amoklauf eines Schüler in Emsdetten hat sich in Deutschland viel getan. Politiker, Populisten und Moralapostel haben sich vereint um die Schuld für solche Taten sogenannten Killerspielen in die Schuhe zu schieben.
KillerspieleTrau…
13.02.2007 um 23:36
Schon nach Erfurt kam die Diskusision auf und wurde verschärfungen verabschiedet jetzt kommen statt des Waffengesetzes was nichts gebracht hat halt die Spiele dran geht soweit weiter bis sie auf die wirklichen ursachen gestossen sind. aber einige Spiele sind wirklich nicht gerade als Freizugebend zu bezeichnen zum Beispiel American Army was ja gezielt darauf ausgelegt ist Soldaten und zuküftige Soldaten auf einen Kriegseinsatz vorzubereiten.
14.02.2007 um 00:15
[...] Wer noch viel, viel, tristere Vorschläge für Warnhinweise auf Spieleverpackungen sehen möchte, wird im Macromafia Blog fündig. [...]
14.02.2007 um 10:26
[...] (Nein, das Interview hat so nicht sattgefunden. Ja, es ist Satire) Von der Leyens Blödsinn macht schon die Runde: 360.net Golem Taschenrakete Jan fragt, ob ihn mal wer kneifen könnte Warnhinweise auf Videospielen? Wieso nicht: Vernetzt und die Macromafia schauen in die Zukunft Heise YAMB mit toller T-shirt Idee: „Ficken: Ja! Töten: Nein! Auch nicht zum Spaß.“ Eurogamer.de Eurogamer.de (zum Thema “Sofortprogramm”) Knochentrocken kennt echte Gewalt in Spielen Killerspiele (Technorati) [...]
14.02.2007 um 16:23
EA reagiert sofort, Pressestatement von EA:
Das Sofortprogramm unserer Familienministerin kam gut an. Den Bayern den Wind aus den Segeln genommen, können sich sogar die Spieleproduzenten mit dem “Angebot” anfreunden, ist es wohl das kleinere Übel der bissherigen Vorschläge. Dies ändert natürlich nichts an der Tatsache, das nach wie vor kein sog. Killerspiel für einen Amoklauf verantwortlich und alles wieder einmal nur heiße Luft um nix war.
Der heutige Bericht der Unicef spricht Bände für Ursachen und Wirkungen auf Kinder in unserer Gesellschaft. Wir haben ganz andere Probleme als Computerspiele: Unicef Bericht
14.02.2007 um 16:45
Videobeitrag zum Unicefbericht im Mittagsmagazin 14.Februar 2007
Auch der Deutsche Kulturrat gab nun sein Statement zum Thema ab:
16.02.2007 um 20:19
So, das Thema ist im Bundesrat vorerst wieder vom Tisch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,466839,00.html
Dies war ja sowieso zu erwarten, da diese Debatte zu polemisch und ohne schlagkräftige Argumente geführt wurden ist – außerdem läßt sich doch die Games-Industrie (welche mittlerweile einen größeren Umsatz hat als die Musik- oder Filmindustrie) nicht das Geschäft auf einem ihrer größten Absatzmärkte vermiesen …
Somit sehe ich auch in Zukunft recht schwarz für ein Verbot von sogenannten “Killerspielen”.
20.02.2007 um 18:02
Jugendschutz bezüglich Computerspielen ist nicht nur in Deutschland ein heißes Thema. In Vietnam wurde nun ein Gesetz eingeführt, welches Jugendlichen untersagt, mehr als fünf Stunden am Tag online zu spielen. Für die Einhaltung des Gesetzes sind die Betreiber von Onlinespielen verpflichtet worden.
So muss jeder Account eines Minderjährigen nach dem Überschreiten des Spiellimits für den aktuellen Tag deaktiviert werden. Die Folgen sind teilweise drastisch für die Unternehmen, einige beklagen einen Rückgang zwischen 25-50%. Andere Jugendliche umgehen dieses Problem, in dem sie auf ihren zweiten Account zugreifen.
Die Betreiber, Spieler und selbst die Industrie- und Handelskammer haben gegen das Gesetz Einspruch erhoben. Urteile stehen aber noch aus.