Killerspiele … Drucksache 76/7
Nach dem letzten Amoklauf eines Schüler in Emsdetten hat sich in Deutschland viel getan. Politiker, Populisten und Moralapostel haben sich vereint um die Schuld für solche Taten sogenannten Killerspielen in die Schuhe zu schieben.
Bayern macht nun ernst und hat gestern den »Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Jugendschutzes« eingereicht. In einer der nächsten Bundesratssitzungen wird der Entwurf dann ausführlich behandelt werden. Die zunehmenden Veränderungen in unserer Gesellschaft katapultieren manche Menschen in die Gosse und manche in Gewalt und Verbrechen. Wir können gerne alles, was wir irgendwie dafür verantwortlich machen wollen verbieten, aber wer hat schonmal an die Armut und die Perspektivlosigkeit mancher Menschen gedacht. Die Herren der CSU aus dem freien Land Bayern scheren sich nicht um die wahren Probleme im Land. Beim folgenden neuen Gesetzentwurf jener Herren wundert es nicht, wenn immer mehr Menschen den Wahlen fern bleiben.
Geändert wird unter anderem §131a des Strafgesetzbuchs, der in der neuen Form folgendes beeinhaltet:
Virtuelle Killerspiele
Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer Spielprogramme, die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen darstellen und dem Spieler die Beteiligung an dargestellten Gewalttätigkeiten solcher Art ermöglichen,
1. verbreitet,
2. öffentlich zugänglich macht,
3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht oder
4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder
auszuführen unternimmt, um sie im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder
einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen.
Neben Computer- und Videospielen bezieht sich der Gesetzesentwurf auch auf Sportarten wie Paintball. In §118 heißt es:
Menschenverachtende Spiele
(1) Ordnungswidrig handelt, wer
1. Spiele veranstaltet, die geeignet sind, die Mitspieler in ihrer Menschenwürde herabzusetzen, indem ihre Tötung oder Verletzung unter Einsatz von Schusswaffen oder diesen nachgebildeten Gegenständen als Haupt- oder Nebeninhalt simuliert wird,
2. hierfür Grundstücke, Anlagen oder Einrichtungen bereitstellt oder
3. an solchen Spielen teilnimmt.
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des Abs. 1 Nr. 1 und 2 mit einer Geldbuße
bis zu 5.000 Euro, in den Fällen des Abs. 1 Nr. 3 mit einer Geldbuße geahndet werden.
Außerdem gibt es auch Änderungswünsche beim Verfahren mit Erziehungsberechtigten. So soll das so genannte “Erzieherprivileg” gestrichen werden. War es früher der eigenen Entscheidung überlassen, welche Inhalte Eltern ihren Kindern zeigen dürfen, sieht der Entwurf folgendes vor:
Es besteht kein legitimes Bedürfnis für Erziehungsberechtigte, exzessive Gewaltdarstellungen Jugendlichen oder gar Kindern zugänglich zu machen. Das Erzieherprivileg wird daher ersatzlos aufgehoben.
Es gibt zudem umfassende Änderungsforderungen zur Arbeit der USK.
Den vollständigen Entwurf findet Ihr hier: Drucksache 76/7
HartAberFair eine Sendung zum Thema: Irreführung der Öffentlichkeit !
Verwandte Tags: Arbeit, Deutschland, Killerspiele


























08.02.2007 um 20:40
Maria Böhmer erwehnt das der Staat die Junglichen schützen will, dabei sollten sie sich lieber mal Gedanken machen wie es mit der Zukunft der Jungendlichen aussieht. (siehe schlechte Arbeitsmarktverhältnisse)
Ich möchte auf eins ergenzend hinweisen sollte so ein Verbot rechtskräftig werden, wird die Konequenz wie folgt aussehen.
Jungliche, die eh keine Arbeit haben, da sie nach ihrer Schule oder ihrem Berufabschluss keine Festanstellung erhalten haben, werden stark in ihrer Freizeit eingeschränkt und müssen wohl oder übel sich ihren Ärger von der Seele demonstrieren. D.h. sie stellen brennende Blockaden auf, plündern Kaufhallen, schmeißen mit Steinen, raufen sich zu einer sehr sehr großen stark wütenden und desorientierten Gemeinschaft zusammen, um gemeinsam ihren Kampf gegen das immer stärker wertende “BIG BROTHER DEUTSCHLAND SYSTEM” anzukämpfen.
Ei, na sowas da fällt mir ein sowas passiert ja auch aller paar Jahre in unserem Nachbarstaat Frankreich.
Filmtipp: HASS
Ich bin der Meinung die Politiker haben wichtigeres zu tun als sich die Finger zu verbrennen an dem wohl größten Konzern, der eben auch Arbeitsplätze schafft und Werbefläche ist, dem Spielemarkt!
MFG HARE
09.02.2007 um 12:30
Killerspiele sollen verboten werden…
Es ist wieder einmal soweit … die deutsche Politik fordert ein Verbot für gewaltverherrlichende Computerspiele. Als gäbe es nicht wichtiger Dinge in unserem Land.DIE WELT berichtete in ihrer gestrigen Ausgabe wiedereinmal über die …
09.02.2007 um 13:00
Wie auf meinem Blog schoneinmal berichtet glaube ich auch nciht das die Amokläufe unbedingt mit den sogenannten Killerspielen zutun haben muss. Ich denke es müssten viel mehr Soziale dinge bei solch einer Tat vorhanden sein, allein nur wenn man Killerspiele spielt läuft man nicht Amok wenn man probleme hat.
Die Politiker machen es sich einfach zu leicht.
10.02.2007 um 16:16
eine Aufzählung: eGames, PC-Games, PC-Action,Giga, Giga2,ESL , Crytec, EA Elektronic Arts, Valve, Mediamarkt, Vobis, Videoring, mousesports , …
Wer davon ist verantwortlich für die tausenden Kills pro Tag in deutschen Wohnzimmern.
Für die Kinderzimmer sind immer noch Eltern und Staat gefordert, aber nicht durch falsche Verbote für Erwachsene.
noch eine Aufzählung: Tagesthemen, Afghanistan, Hollywood, Das A-Team, Kinderfernsehen, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit, Lehrermangel, Staatsschulden, Rauchen, Alkohol, Gammelfleisch,
Was sind Killerspiele?
Zitat: “Die Begriffe zu vereinfachen, ist die erste Tat der Diktatoren.” – Erich Paul Remark, dt.-amerik. Schriftsteller
11.02.2007 um 19:49
[...] Nur ein Thema beunruhigt die Spiele-Macher zur Zeit, die aktuelle Killerspiele Debatte in Deutschland. Nach dem Amoklauf des 18jährigen Sebastian Bosse an seiner ehemaligen Schule hatten vor allem Unions-Politiker ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von so genannten »Killerspielen« gefordert. Laut einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages wäre ein solches Verbot rechtlich möglich. Bayern hat bereits gehandelt und einen Gesetzsantrag im Bundesrat eingereicht. Firmenmitgründer Cevat Yerli: “Wenn [Crysis] verboten wird, dann gibt es Crytek in Deutschland vielleicht nicht mehr. Das heißt wir würden raus hier, auswandern”. [...]
12.02.2007 um 15:23
sehr interessante Gedanken zum Thema