In diesem Tutorial möchte ich ein wenig auf die künstlerischen Aspekte zurück weisen. Nicht selten verliert der Wert und der Reiz an selbst gemachten künstlerischen Werken. Um den entgegen zu wirken habe ich hier mal die Schritte zur Herstellung einer Strichätzung festgehalten. Es ist nun leider in unserer Gesellschaft so das Künstlerbünde, Kultureinrichtungen und Jugendhäusern, die die Kreativität fördern, immer mehr mit der wenigen finanziellen Förderungen auskommen müssen. Die Werte einer guten "handmade" Radierung geraten immer mehr in Vergessenheit und sind leider am aussterben. Da ich ein kleiner Druckfanatiker bin und schon viel in den verschiedenen Drucktechniken ausprobiert habe (wie Siebdruck und verschieden Hoch und Tiefdruckverfahren), denke ich das meine folgende Anleitung eventuell Gleichgesinnte die gerne mal eine Radierung herstellen wollen bestärkt und weiterhilft.
1.Schritt
Grundvoraussetzung zur Herstellung einer Radierung ist die Druckplatte. Sie besteht in den meisten Fällen aus Zink. Als erstes muss die Druckform grundlegend gereinigt werden, da diese durch Fingerabdrücke und Fett Abdrücke verunreinigt sein kann. Um eine gute Druckplatte zu erhalten, muss sie komplett mit Kreide eingestaubt und danach mit einem feuchten Baumwolltuch ausgerieben werden. Erst wenn alle Schlieren auf der Zinkplatte verschwunden sind, ist sie absolut fettfrei. Es kann mit den nächsten Vorbereitungen begonnen werden.

2.Schritt
Nun wird die Druckplatte komplett und streifenfrei mit Asphaltlack eingestrichen. Bei dieser Arbeit ist es wichtig, dass die Druckform angekippt wird. Nur so kann sich die Lackdecke schließen. Die leicht geneigte Platte gewährleistet, dass sich der Lack besser verteilt.
Es ist ratsam, den Lack mit einem sehr guten Borstenhaarpinsel von links nach rechts aufzu-tragen. Damit wird verhindert, dass sich durch das Benutzen eines billigen „Baumarktpinsels“ Haare auf der Platte festkleben. Die Platte muss nun zum Trocknen in einen gut temperierten Raum getragen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass man sie nicht mit den Fingern auf der eingestrichenen Seite berührt, da sonst Abdrücke entstehen können. Solche Druckstellen können später beim Drucken bzw. Ätzen ungewollte Flecken verursachen. Nach 24 Stunden in einem normal geheizten Raum, bei ca. 21 Grad Celsius, ist die Lackschicht ausgehärtet und es kann mit der eigentlich künstlerischen Arbeit begonnen werden, dem Radieren.

3.Schritt
Es gibt verschiedene Techniken und Wege eine Druckform zu erstellen. Ich werde mich verstärkt auf die typische Ätzradierung konzentrieren.
Dabei sind zwei Varianten zu nennen, die Strichätzung und die Flächenätzung. Als erstes möchte ich auf die Strichätzung eingehen. Wie der Name schon sagt, wird durch das Einritzen mit einer Radiernadel das Metall von der Lackschicht befreit. Es ist jetzt möglich, verschiedene Schraffuren und Übereinanderlegungen von Strichen auf die Platte zu bringen. Durch das Reagieren der Säure mit dem Metall entstehen im nächsten Schritt Vertiefungen auf der Platte. Entscheidend für die Strichstärke ist nicht die Dicke der Radiernadel, sondern vielmehr die Aggressivität der Säure. Außerdem ist zu erwähnen, dass sich dünn geritzte Linien schneller in das Metall ätzen als dicke Linien.
Es ist deshalb ratsam, mit dem Zeichnen von dicken Linien anzufangen, so dass diese kräftiger erscheinen. Nach dem Einritzen des gewünschten Motivs, geht es zum Ätzen.
4.Schritt
Es gibt verschiedene Techniken und Wege eine Druckform zu erstellen. Ich werde mich verstärkt auf die typische Ätzradierung konzentrieren.
Dabei sind zwei Varianten zu nennen, die Strichätzung und die Flächenätzung. Als erstes möchte ich auf die Strichätzung eingehen. Wie der Name schon sagt, wird durch das Einritzen mit einer Radiernadel das Metall von der Lackschicht befreit. Es ist jetzt möglich, verschiedene Schraffuren und Übereinanderlegungen von Strichen auf die Platte zu bringen. Durch das Reagieren der Säure mit dem Metall entstehen im nächsten Schritt Vertiefungen auf der Platte. Entscheidend für die Strichstärke ist nicht die Dicke der Radiernadel, sondern vielmehr die Aggressivität der Säure. Außerdem ist zu erwähnen, dass sich dünn geritzte Linien schneller in das Metall ätzen als dicke Linien.
Es ist deshalb ratsam, mit dem Zeichnen von dicken Linien anzufangen, so dass diese kräftiger erscheinen. Nach dem Einritzen des gewünschten Motivs, geht es zum Ätzen.
5.Schritt
Das richtige Ätzen ist der wichtigste Punkt bei der Radierung. Je nach gewünschter Strichstärke und Strichschwärze des späteren Druckes muss auf die richtige Ätzdauer und Aggressivität der Säure geachtet werden. Umso stärker die Säure, desto kürzer ist die Säurebadzeit, die die Druckform benötigt um Vertiefungen zu erzeugen. Denn je länger die Druckform in dem Säurebad liegt, desto tiefer ist die geätzte Linie und damit auch die Schwärze des späteren Druckes. Deshalb wird bei starker Säure im Zweiminutentakt und bei schwacher Säure im Dreiminutentakt geätzt. Zinkplatten sind mit 5-20%iger Salpetersäure gut zu ätzen. Die Ätzdauer für starke Linien beträgt mit 10%iger Säure zum Beispiel ca. 4 Minuten.
6.Schritt
Sobald die gewünschte Linientiefe erreicht ist, ist unsere Platte bereit für das Säubern.
Es kann sein, dass der Vorgang des Ätzens mehrfach wiederholt werden muss, um zur optimalen Druckform zu gelangen. Dafür wird die Platte zunächst in ein Spülmittelbad gelegt, um sie von Resten der Ätzsäure zu reinigen. Wenn das geschehen ist, wird die Platte komplett mit Terpentinersatz bearbeitet, bis die Druckform vollständig von der Lackschicht befreit ist. Spätestens jetzt ist ein Nachätzen ausgeschlossen, da es nahezu unmöglich ist, die Platte wieder so mit Asphaltlack zu bedecken, wie es vor dem Reinigen der Fall war.
Erst jetzt kann man genau sehen, wie sich das Säurebad in die Zinkplatte eingefräst hat. Die so entstandenen tiefer liegenden Stellen sind auch die Farbträger, welche später die gedruckten Linien auf dem Papier ergeben. Das Erlangen der richtigen Druckfarbe ist nun das nächste Ziel. Dazu werden Lithografiedruckfarben oder Kupferdruckfarben benötigt, welche eine sehr dickvisköse Eigenschaft besitzen.
Diese Druckfarbe wird mit einer Spachtel auf einen glatten Untergrund gegeben. Dazu kann eine Glasplatte oder einen Lithographiestein verwendet werden. Eine Verkürzung der Trocknungszeit wird durch das Mischen mit Terpentin erzielt. Ohne diesen Trick kann sich die Zeit, die ein Druck zum Trocken benötigt bis zu einem Tag hin strecken. Darauf zu achten ist, dass nicht zu viel von Terpentin verwendet wird. Andernfalls ist die Farbe bereits getrocknet, ehe sie auf das Papier übertragen ist. Auf das richtige Verhältnis kommt es an. Sobald die Farbe angemischt ist, kann mit dem Auftragen der Farbe auf die Druckform begonnen werden.
7.Schritt
Für das Einreiben der Druckfarbe gibt es mehrere Möglichkeiten. Es ist möglich, die Farbe durch ein Ledertampon, eine Lederwalze oder wenn solch eine Ausrüstung nicht vorhanden ist, durch einen aus Gaze zusammengerollten Tampon aufzutragen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Druckfarbe gleichmäßig in kreisförmiger Bewegung auf die Druckform eingerieben wird und sich so tief in den Rillen verteilt. Wenn die gesamte Platte mit Farbe bedeckt ist, muss schnell die Farbe wieder in kreisförmigen Bewegungen ausgerieben werden. Dabei ist auf den richtigen Druck zu achten. Ein zu festes Aufdrücken und Reiben verursacht, dass die Farbe auch aus den Rillen ausgerieben wird, doch das gilt es zu vermeiden. Ein oberflächiges leichtes Reiben mit einem Frotteetuch ist ratsam und sichert das Säubern der nicht druckenden Stellen. Um das Trocknen der Farbe in den Rillen zu vermeiden, sollte zügig gearbeitet werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Ränder der Platte gesäubert werden, um einen klar definierten Druckrand zu erhalten.
8.Schritt
Der nächste Schritt ist, das Buttonpapier zu befeuchten. Dabei wird das Papier mit einer Sprühflasche auf der gesamten Oberfläche benetzt und übereinander gestapelt. Vorteilhaft ist, wenn das Papier schon ein Tag vor Benutzung befeuchtet wird. Dabei wird der Stapel in eine Schachtel mit Deckel gelegt. Auf diese Weise kann das Wasser auf dem Papier über Nacht komplett einziehen. Das Benetzen des Papiers ist notwendig, um die Farbe aus den Vertiefungen der Druckform herauszuziehen. Nun kann auch jede noch so feine Vertiefung gedruckt werden. Wenn das geschehen ist, wird der Druckschlitten mit einem Blatt Papier markiert und eingefärbte Druckplatte mittig darauf ausgerichtet. Danach wird das befeuchtete Papier darüber gelegt. Auf das Papier kommt nun ein Druckfilz, der den Druck der Presse möglichst gut verteilt. Ein langsames und kontinuierliches Drehen der Druckwalze ist von Nöten, so dass der Druck und damit die Übertragung der Farbe auf das Papier an sämtlichen Stellen der Druckform gleichermaßen stattfinden kann.
Nachdem der Drucktisch komplett hindurchgedreht wurde, kann der Druckfilz angehoben und das Buttonpapier vorsichtig übereck von der Druckform losgelöst werden. Das Exemplar wird nun beschwert zum Trocknen in einen Grafikschrank gelegt. Bei einer großen Auflage von Drucken ist es notwendig, große, dicke und saugfähige Pappplatten zu benutzen. Dadurch können mehrere Drucke übereinander gelegt werden, ohne dass die frische Farbe verschmiert.
Ein guter Nebeneffekt ist dabei, dass es trotz dem Entweichen der Nässe nicht zu dem damit eigentlich verbundenen Zusammenrollen des Papiers kommt, da es gleich gepresst wird. Mindestens einen Tag muss das Werk nun trocknen, um ihm letztendlich noch den letzten Schliff zu verleihen. Schließlich ist die Signatur noch das fehlende Element. Diese erfolgt meist einen Zentimeter unter dem Kunstwerk, in der rechten Ecke. Künstler signieren entweder mit Ihrem vollen Vor- und Nachnamen, Ihren Initialien oder Ihrem Künstlernamen. Meist wird ebenfalls die Auflage des Druckes gekennzeichnet, zum Beispiel 5/12, was der Fünfte Druck von Zwölf Exemplaren bedeutet. Das Datum oder die Jahresangabe ist auch ein Bestandteil der Signatur. Mit diesen abschließenden Daten ist das Druckwerk komplett und vollkommen.